Handwerk 4.0

Handwerk 4.0

Smart Home & Co

Smarte Gebäude verbinden über die Digitalisierung klassische Handwerksbereiche und stellen so auch eine Verbindung zu Trends wie der Elektromobilität her.

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Handwerk 4.0
Handwerk 4.0

Interview mit Erhard Hofmeister, Oberstudiendirektor und Schulleiter an der Friedrich-Ebert Schule in Esslingen

Was ändert sich im Handwerk durch die Digitalisierung?

Die Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeiter werden höher. Gleichzeitig spürt das Handwerk den Fachkräftemangel vor der Industrie, da diese bei der Rekrutierung von Mitarbeitern traditionell professioneller agiert.
Das Handwerk muss vernetzter denken, weit über das eigene Gewerk hinaus. Das übliche „das-haben-wir-schonimmer-so-gemacht“ hält den Herausforderungen der Digitalisierung nicht stand. Die Entwicklung wird verschärft durch die derzeit extrem gute Auftragslage der Betriebe.

Was unterscheidet den Lernraum Handwerk 4.0 von anderen Räumen der Schule hinsichtlich Größe, Einrichtung, Mobilität oder Flexibilität?

Das Multilabor Handwerk 4.0 bildet real ein vollvernetztes Gebäude ab, sowohl ein privates als auch ein gewerbliches Gebäude. Lernende können nach der frontalen Präsentation eines Lernszenarios real an den Arbeitsplätzen im Labor Systeme bearbeiten. Außerdem können sämtliche Geräte mobil im Raum platziert werden.

Für wie wichtig betrachten Sie aus heutiger Sicht das Thema „Flexibilität“?

Flexibilität und die Fähigkeit, schnell auf Wandel zu reagieren, ist ein entscheidender Parameter im Zeitalter der Digitalisierung, die exponentiell und nicht linear verläuft. Flexibilität ist nicht unbedingt ein Bestandteil der deutschen Bildungslandschaft und somit vielleicht die größte Herausforderung.

Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen – aus Lehrer- und Schülerperspektive – hinsichtlich fächerübergreifendem Lernen und Lehren, Veränderung des Unterrichts und kontextbasiertem Lernen?

Grundsätzlich sind sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler angetan von den neuen Möglichkeiten. Anlagenmechaniker und Elektriker können zum Beispiel gleichzeitig unterrichtet werden und gewerkübergreifende Teams bilden. Diese Lernszenarien sind neue Erfahrungen, die Zeit brauchen, bis sie vollständig vorbereitet und eingeführt sind.

Erfordert oder ermöglicht „Handwerk 4.0“ andere Formen des Lernens? Welche Impulse und Rückmeldungen gibt es von den Ausbildungsbetrieben?

Das Multilabor braucht selbstverständlich neue Formen des Lernens. Die Lehrkräfte müssen Lernszenarien entwerfen und eine Übereinstimmung von Lehrplänen und technischen Möglichkeiten des Multilabors erreichen. Die Einführung und Evaluation dieser Lernszenarien ist aufwändig und braucht Zeit.

Wird die Idee der Lernfeldorientierung mit dem neuen Konzept weiterentwickelt oder gar ersetzt?

Die Möglichkeiten des Multilabors und die neuen Lern­szenarien ergänzen die Lernfeldorientierung.

Werden weitere Lernräume dieser Art folgen? Gibt es bereits Erkenntnisse, die zur Weiterentwicklung des Konzeptes und der Umsetzung neuer Ideen ermutigen?

Das Multilabor wird große Erweiterungen in Form von unterschiedlichen Photovoltaikanlagen mit entsprechenden Speichereinheiten erhalten und damit die Themen Energiegewinnung und Elektromobilität ergänzen. Die Erweiterungen sind bereits im Bau. Außerdem baut die FES ein IoT-Lab, in dem eine Industrie 4.0-Lernumgebung für Industrieberufe abgebildet wird.