Logistik 4.0

Logistik 4.0

Wie die IT in Pandemiezeiten Logistikprozesse verändert

Seit 2011 der Begriff „Industrie 4.0“ zur Hannover Messe in die deutsche Öffentlichkeit getragen wurde, hat sich die Informatik mehr und mehr zur treibenden Kraft für neue oder geänderte Geschäftsprozesse entwickelt. Ob Industrie 4.0, Internet of Things (USA) oder in Frankreich „Industrie du Future“ − weltweit stellen sich alle Unternehmen digital neu auf. Die Corona-Pandemie wirkt seit 2020 wie ein Brandbeschleuniger und zeigt auf, welche Geschäftsstrukturen veraltet sind und wo unter anderem in neue IT-Infrastruktur investiert werden muss. Was bedeutet diese Entwicklung für die Logistikprozesse?

Logistik 4.0

Neue Mangelsituation

Als im Frühjahr 2020 wichtige Bauteile Pandemie-bedingt aus China im Automotive-Bereich fehlten, entbrannte eine Diskussion über die internationalen Abhängigkeiten. Ähnlich abhängig war Europa auch bei der Herstellung von medizinischen Verbrauchsmaterialien und Masken.
Viele Hersteller überprüfen ihre Lieferketten seitdem fortlaufend und versuchen, eine interkontinentale Versorgung kritischer Bauteile bestmöglich zu vermeiden. Explodierende Containerpreise im internationalen Warenverkehr, insbesondere aus China, haben die Mangelsituation zusätzlich verschärft.

Standortwahl unter veränderten Rahmenbedingungen

Produktionsstandorte in Europa und den USA, also Länder mit hohen Lohnstück-Kosten, werden allerdings zukünftig durch Industrie 4.0 und neue Robotik-Konzepte wieder attraktiver werden. Produktions-Roboter haben laut Aussage der Volkswagen AG und anderen Quellen einen Stundenlohn von etwa 6,50 € und stehen damit zur direkten Konkurrenz zu Niedriglohnländern. Wichtig für die Standortwahl wird dann die Qualität des technischen Personals sein, die die neuen Produk­tionssysteme vor Ort pflegen und warten können. Daher ist ein gutes Ausbildungsprofil von Ingenieuren und Informatikern vermehrt standortentscheidend.

IT-gestützte Logistik

Der Wandel in der Logistik ist in den Unternehmen schon länger angekommen. Durch RFID(radio-frequency identification)-Chips können einzelne Baugruppen oder Produkte zweifelsfrei erkannt werden.

RFID, aber auch weitere Technologien wie GPS- und GSM-Ortungen ermöglichen das sogenannte „Tracing“, die weltweite Verfolgbarkeit der Bauteile, und das „Tracking“, die Sendungsverfolgung zwischen Hersteller und Endkunden.

Für die internationalen Logistikprozesse eines deutschen Mittelständlers bedeutet das eine deutlich höhere Transparenz des Warenverkehrs. Schwachstellen wie lange Zwischenlager- oder Wartezeiten im Rahmen der Zollübernahme können zukünftig weltweit besser analysiert und gegebenfalls optimiert werden.

Selbstfahrende Nutzfahrzeuge werden die Logistikprozesse zukünftig nachhaltig verändern, da Pausenzeiten wegfallen und Fahrzeuge wesentlich effizienter einsetzbar sein werden.

Big Data, KI – Informationen stehen zukünftig im Mittelpunkt

Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Big Data und die Künstliche Intelligenz (KI) haben sich seit ca. 2014 rasant ent­wickelt und bedingen sich gegenseitig. Große, sich schnell verändernde Datenmengen („Big Data“) können heute mit einem Netzwerk von handelsüblichen Rechnern sekundenschnell ausgewertet werden.

„Künstliche Intelligenz“ ist die eigentliche Schlüsseltechnologie der Zukunft und wird den privaten Bereich wie auch Geschäftsprozesse am meisten verändern. KI ist vereinfacht gesagt eine Software, die wie ein kleines Kind Muster trainieren kann und damit eigenständige Entscheidungen treffen kann. Je mehr Lerndaten zur Verfügung stehen, desto besser wird das Lernergebnis. Verbesserte Logistikprozesse können beispielsweisedurch eine intelligentere und sekundenschnelle Auswertung von Bewegungsdaten, genauere Lagerbestandsanalyse und Routenplanung oder durch eine schnellere Auswertung der Umschlaghäufigkeit erreicht werden.

Logistik 4.0 - Herausforderungen moderner Logistikprozesse

Die Teilnehmer kennen die Konsequenzen, die sich aus der Digitalisierung für die Lo-gistik ergeben. Sie schätzen Logistikmethoden im Hinblick auf die Anforderungen der Digitalisierung ein und identifizieren Handlungsbedarf und erkennen Potenziale für das Logistikmanagement.

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Grundlagen der Logistik

Sie lernen die grundlegenden Begrifflichkeiten und Zusammenhänge in den Bereichen der internen Logistik sowie den logistischen Bereichen der Beschaffung, der Distribution und der Entsorgungslogistik als Querschnittsfunktion kennen. Darüber hinaus wird auf die Optimierung logistischer Prozesse eingegangen, um das Ziel einer effizienteren Logistik zu erreichen.

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Industrie 4.0 - Führen im digitalen Zeitalter

Die Digitalisierung stellt zunehmend neue Herausforderungen an Führungskräfte, ein Umdenken ist erforderlich. Lernen Sie in diesem Seminar die Erfolgsprinzipien einer zukunftsfähigen Führung für Ihr Unternehmen kennen. Sie verstehen medienangepasste Methoden und Techniken zur erfolgreichen Zusammenarbeit und können so bewährtes Führungswissen bestmöglich auf neue Arbeitsformen in einem veränderten Unternehmensumfeld übertragen.

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